26. Januar 2026 Rathaus
Die 21-jährige Lotta Sander aus Dautphe hat sich in der Welt des Ju-Jitsu längst als eine der herausragenden deutschen Athletinnen etabliert. Mit einem außergewöhnlichen sportlichen Werdegang und einer Reihe von internationalen Erfolgen ist sie ein echtes Vorbild für junge Sportlerinnen in der Region.
Lotta begann ihre Wettkampfkarriere im Ju-Jitsu bereits in der Jugend und machte schnell auf sich aufmerksam. Schon bei den Deutschen Meisterschaften 2022 konnte sie in der Gewichtsklasse –70 kg überzeugen und sicherte sich dort vordere Platzierungen auf nationaler Ebene.
Internationaler Durchbruch und Weltmeistertitel
Der große internationale Durchbruch gelang ihr im September 2023 bei der Jugend-Weltmeisterschaft in Astana, Kasachstan: Dort setzte sie sich in der U21-Klasse bis 70 kg im Ju-Jitsu Fighting durch und gewann Gold – ihren ersten Weltmeistertitel überhaupt. Diese herausragende Leistung markierte einen Höhepunkt ihrer bisherigen Karriere und zeigt den Erfolg jahrelanger harter Vorbereitung.
Bei dieser WM überzeugte Sander in mehreren Kämpfen mit technischer Vielseitigkeit und taktischer Stärke: Sie gewann unter anderem gegen eine erfahrene dänische Gegnerin mit deutlichem Vorsprung.
Titel als Europameisterin
Auch 2024 setzte sie ihre internationale Erfolgsserie fort: Bei der Jugendeuropameisterschaft in Pitesti (Rumänien) sicherte sie sich erneut Gold nach vier überzeugenden Siegen gegen starke Gegnerinnen aus Griechenland, Frankreich, Nordmazedonien und der Ukraine.
Training und Vorbereitung
Seit der Corona-Zeit trainiert Lotta nicht mehr in Hommertshausen, sondern beim TV 1908 Gladenbach, wo die Trainingsbedingungen dank einer Halle mit Mattenboden und einer bestehenden Judo-Abteilung optimal sind. Dort bereitet sie sich gemeinsam mit Bundeskader-Athleten systematisch auf internationale Wettkämpfe vor.
Ihr Trainingspensum ist hoch: Zwei bis drei Trainingseinheiten pro Woche sind die Regel, in der Wettkampfphase sogar täglich – inklusive Videoanalysen, taktischer Vorbereitung und Sparring mit starken Partnerinnen wie Lina Müller aus Dautphe. Im Wettkampf hört sie in den entscheidenden Momenten meist nur die Stimme ihres Trainers Christopher Müller, Bundestrainer und ebenfalls aus Dautphe.
Unterstützung und Ehrungen
Seit Lotta international erfolgreich ist, trägt der Bundesverband einen Großteil der Kosten für Wettkämpfe, Trainingslager und Reisen. Früher wurde sie dabei vor allem von ihrer Familie unterstützt.
Die Gemeinde Dautphetal würdigte Lotta bereits vor zwei Jahren als Sportlerin des Jahres. Bürgermeister Marco Schmidtke zeigte sich von ihrer Disziplin und ihrem Ehrgeiz tief beeindruckt. Er sagte bei der Ehrung: „Es ist mir eine besondere Freude, Lotta Sander heute für ihre herausragenden Leistungen zu ehren. Ihr Einsatz, ihre Konsequenz und ihr Erfolg sind bewundernswert.“ Er betonte weiter: „Wir sind stolz, eine so talentierte und engagierte Sportlerin in unserer Gemeinde zu haben. Sie ist ein Vorbild für junge Menschen in Dautphetal und weit darüber hinaus.“
Ausblick
Nach dem Welt- und Europameistertitel richtet Lotta ihren Blick nun auf weitere Großereignisse – darunter die Europameisterschaft auf Kreta (14.–19. Februar), bei der sie erneut für Deutschland antreten wird. Mit ihrem Status als eine der führenden Athletinnen auf der internationalen Ju-Jitsu-Bühne bleibt sie ein Sporttalent, das weit über die Region hinaus Anerkennung findet.