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Was heißt eigentlich Nachhaltigkeit?

Der Begriff „nachhaltig" wird oft und gerne, sicherlich nicht immer passend verwendet. Dabei ist er kein neuer und modischer Begriff, sondern schon recht alt und wurde sogar in unserer Region entscheidend mit geprägt.

Natürliche Ressourcen verantwortungsvoll nutzen

Der Forstwissenschaftler Georg Ludwig Hartig aus Gladenbach führte in einem seiner Lehrsätze zur Forstwirtschaft 1791 aus, dass nachhaltige Nutzung so berechnet sein muss, „daß die Nachkommenschaft wenigstens ebensoviel Vorteil daraus ziehen kann, wie sich die jetzt lebende Generation zueignet." Es geht also darum, mit unseren natürlichen Ressourcen verantwortungsvoll und schonend umzugehen.

Hierfür hat das Land Hessen mit allen gesellschaftlichen Gruppen eine Nachhaltigkeits-strategie entwickelt und einen „Tag der Nachhaltigkeit" ins Leben gerufen. Die Nordkreiskommunen haben an dem ersten Tag, am 19.9.2012 die Klimakonferenz des Nordkreises im Sonnenforum in Cölbe veranstaltet. Der 3. Tag der Nachhaltigkeit wurde am 17.9.2014 in Marburg eröffnet. Der Tag der Nachhaltigkeit zeigt gute Beispiele für einen nachhaltigen Lebensstil: www.hessen-nachhaltig.de.

Dies ist auch dringend nötig, wenn wir uns beispielsweise unsere immense Lebensmittelschwendung ansehen: Nur etwa die Hälfte von dem, was auf dem Acker angebaut wird, wird auch konsumiert. Auf dem Weg von Acker über Großhandel und Weiterverarbeitung, sowie dem Handel bis zum Verbraucher wird ein Großteil weggeworfen, weil es nicht dem Idealprodukt entspricht: der blanke Apfel, die makellose Tomate, das ofenfrische Brot.

Bis dahin sind Landmaschinen und Sortierbänder gelaufen, haben Züge, LKWs und Kleintransporter hunderte Kilometer zurückgelegt, damit wir die beste Wahl haben, bevor sich dann die verschmähte Hälfte den Weg zurück über Vergärung und Verbrennung auf den Acker macht. So werden Ressourcen und Energie verschwendet.

Dies hat nichts mehr mit dem jahrhundertalten Nachhaltigkeitsgedanken zu tun, nur so viel dem Wald, dem See, dem Acker zu entnehmen, wie gebraucht wird und wieder nachwachsen kann, so dass nachfolgende Generationen gleich gute Lebensbedingungen vorfinden.

Seit mehr als zehn Jahren gibt es einen Parlamentarischer Beirat für nachhaltige Entwicklung im Deutschen Bundestag. "Heute nicht auf Kosten von morgen leben!" – so lautet das Leitmotiv für eine auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Politik, die Verantwortung für die heute lebenden Menschen genauso wie für künftige Generationen übernimmt. Hierfür setzt sich der Beirat ein und prüft die Ausrichtung der Bundespolitik: www.bundestag.de/nachhaltigkeit.

Die christliche Initiative Romero informiert über ethischen Kosum: www.ci-romero.de/konsum.

Der Rat für Nachhaltige Entwicklung listet die Deutschen Aktionstage zur Nachhaltigkeit auf: www.aktionstage-nachhaltigkeit.de.